16-17.11.2012
11 2011
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05 2011
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Drei große Auftritte mit Reineke Fuchs
Mörzer Rezitäter brillierten im Schrumpftal
"Esst Ihr Mäuse so gern"? Dieser Frage Reinekens an den hungrigen Kater Hinze zu Beginn der Vorlesepassage Irene Ruscheinskys,
ließen die Mörzer Rezitäter Mäuse folgen: weiße Schaummäuse. Dezent ins Publikum gereicht, sorgten sie für eine der vielen kleinen Überraschungen
während der Aufführung von Goethes Fabel Reineke Fuchs.
Auch die dritte, außerplanmäßige Zusatz-Vorstellung in der romantischen Mörzer Steinsmühle im Schrumpftal war im Vorverkauf innerhalb weniger Stunden
wieder einmal ausverkauft. Es hatte sich mittlerweile herumgesprochen, dass diese Lesung für alle Sinne einen kulturellen Höhepunkt des
Maifeld-Sommers 2011 markiert. Und die gespannte Zuhörerschaft konnte sich wirklich auf eine heitere und ausdrucksstarke Inszenierung gefasst machen.
Goethes Textvorlage, ohnehin schon spannungsgeladen, wurde von "Regisseur" Klaus Groß und den Rezitätern auf ein vorlesbares Maß gekürzt und mit
allerlei zusätzlichen Einlagen bestückt. Dabei blieb die ursprüngliche Einteilung in zwölf s.g. "Gesängen" erhalten, dargeboten von jeweils eigenen
Vorlesern ( Helmut von Scheven, Sonja Brungs, Klaus Groß, Irene Ruscheinsky, Walter Ritzenhofen, Pierre Schröder, Uschi Höppe, Sabine Heidermann,
Dörte Schuda, Josef Luy, Lillemor Scheid und Irmi Steiner ) und jeweils angekündigt von einem Nummerngirl ( Bettina Kreiling ).
Dazu mussten die Zuschauer häufiger den Platz wechseln. Heinrich Webers alte Mühle bot für jedes Stückchen die richtige Kulisse: auf der Wiese,
im
Mühlenhof, im alten Gewölbekeller, in der Scheune und auf der Richtstätte gab es was zum Hören und Sehen.
Immer wieder präsentierten die Mörzer dort passend zur Handlung ca. 30 großformatige Zeichnungen Wilhelm v. Kaulbachs ( 1846 ), die auf
detailreiche
Art die Geschichte um den tolldreisten Fuchs untermalten.
Zwischendurch mischten sich zwei Hausangestellte Goethes in die Lesungen ein. "Teufelsjunge" Paul Götze, Schreiber und Kutscher des
Dichterfürsten
gab der neugierigen Köchin Charlotte Hoyer Antworten z.B. auf die Frage: "Wie geht datt denn jetscht weiter mit dem Reineke?" Ralph Ballhausen und
Sandra Gries, beide gekleidet in historischen Gewändern, ernteten mit ihrer lebensnahen und humorvollen Darstellung dieser Figuren des öfteren
Szenenapplaus und gaben dem Stück damit eine gewisse Leichtigkeit.
Ebenso müssen auch die vortrefflichen und wortgewaltigen Auftritte von drei weiteren Personen gewirkt haben. Der Pfaffe ( Josef Luy ) besudelte
sich beim Kampf um seinen vom Fuchs gestohlenen Sonntagsbraten in einer Pfütze. Auch Jörg Wiederhold als Bauer, der einer Schlange aus der Schlinge
half, hatte zu Kämpfen; allerdings um sein Leben. Wäre da noch der rasende Reporter ( Helmut von Scheven ), der den Kampf zwischen Fuchs und Wolf am
Ende der Handlung im Radioreportagestil so eindringlich und emotional vortrug, dass man das Blut und den Staub der Arena förmlich riechen konnte.
Das Publikum brüllte vor Vergnügen.
Vergnüglich auch der von Bernhard Wibben geleitete Chor, zusammengestellt aus den Ensemblemitgliedern, der mit stimmlicher Professionalität
überzeugen konnte. Als vollkommen überraschend zeigten sich da die neu von Klaus Groß verfassten Reineke-Fuchs-Texte zu bekannten Melodien.
Wären da noch die Technik-Füchse: unentbehrlich und top gerüstet: Mario Gail und Jörg Wiederhold.
Und die Schaummäuse?
Vom Publikum dankbar verspeist! So wie viele weitere kleine, passend zur Handlung dargereichten Häppchen. War etwa vom Honigklau die Rede, gab
es Honigschnitten; wurde der Hase Lampen vom Fuchs gefressen, lagen für alle Blutwurst-Hasen bereit und zum Fischfang mundeten die Makrelentörtchen.
Marlene und Walter Kasper und Beate Neier kreierten diese kulinarischen Köstlichkeiten "goethegerecht" und warteten zusätzlich zur Pause und zum
Schluss noch mit "Goethes Gaumenschmeichlern" auf. Unter der Begleitmusik von Shraw Beat wurde so noch mancher Teller und einige Gläser geleert.
Nach dem gemeinsamen Schlusssatz genossen dann die Mörzer Rezitäter den verdienten Lohn ihrer monatelangen Vorbereitung: tosender Applaus und
rundherum zufriedene und glückliche Gesichter.
Eine wahrhaft fabelhafte und großartige Vorstellung!

Vor Jahrhunderten hätte ein Dichter dieses gesungen? Wie ist das möglich? Der Stoff ist ja von gestern und heut ! So urteilte Goethe einst über die uralte Fabel von Wolf und Fuchs, diese Weltsatire in Tiergestalt und nannte seine 1793 in Hexametern umgedichtete Form: Die unheilige Weltbibel.
Selbst heute bemerkt der Leser staunend, dass sich auf dem diplomatischen Weltparkett augenscheinlich gar nicht so viel verändert hat und entdeckt immer wieder deutliche Parallelen zur aktuellen politischen Lage. ?Denn es wird gelogen und betrogen, geschändet und geschunden, getötet und gefressen, und auf der Strecke bleiben immer wieder die Kleinen, die Gerechten, die noch an das Gute glauben. Doch auch sie haben ihre Schwächen, die von Reineke Fuchs gnadenlos ausgenutzt und ihnen am Ende zum Verhängnis werden. Schon bei Goethe hieß es: "Die kleinen Diebe hängt man, die großen läßt man.. regieren !"
Durch Einschleimen, Herauswinden und Schmeichelei entgeht der Fuchs immer wieder listig der drohenden Hinrichtung und erreicht so, daß der König ihm vertraut und vergibt, obwohl die meisten Tiere seinen Tod gefordert hatten.
Bereits 1150, lange vor Goethe, gab es diese Wolf-Fuchs-Fabel, den lateinischen "Isengrimus", sowie um 1200 den "Roman de Renart" und um 1250 den flämischen "Van den Bos Reinaerde". 1572 lieferte J. Ch. Gottsched eine bedeutende Neufassung. Durch die Jahrhunderte wuchs die Sammlung der Tiergeschichten mit Welt- und Menschenkenntnis und wurde so zum satirischen Spiegel des Ränkespiels um Macht und Eitelkeit, Gier und Hinterlist.
Einen nachhaltigen Verbreitungsschub erhielt Goethes Reineke 1846 durch die vortrefflichen Illustrationen Wilhelm v. Kaulbachs, die fast eigenständig diese Geschichte untermalen und weitererzählen.
Reineke Fuchs, der Ahnherr aller aufrechten und unentbehrlichen Gauner, treibt an diesem Wochenende sein Unwesen in der Mörzer Steinsmühle im Schrumpu8ftal. Erleben Sie Goethes Tierepos mit den Mörzer Rezitätern, die in Eigenregie Goethes Text auf ein vorlesbares Maß gekürzt und mit allerlei Kurzweil gespickt haben. Und zwischendurch sorgen Goethes Gaumenschmeichler für artgerechte kulinarische Erlebnisse. Viel Vergnügen!
Hauptdarsteller:
Familie und Freunde:
Reineke Fuchs, seine Frau Ermelyn und etliche Kinder,
Reinekes Vater
Grimbart, der Dachs, Reinekens Neffe
Frau Rückenau, die kluge Äffin
Königshof und Gefolge:
König Nobel, der Löwe und seine Frau, die Königin
Bellyn, der Widder, Kaplan und Notar
Lampe, der Hase, ein Getreuer
Reinekes Feinde:
Isegrim, der Wolf und seine Frau Gieremund
Braun, der Bär, von Reineke auch Oheim genannt
Hinze, der Kater, auch Bote des Königs
Aus dem Volk:
Bauer Rüsteviel, auch Zimmermann
Der Pfaffe und sein Kapaun
Ein Bauer, der einer Schlange hilft
Mitwirkende
Zwischendialoge:
"Teufelsjunge" Paul Götze, Schreiber und Kutscher Goethes ( Ralph Ballhausen )
Goethes "garstige Köchin" Charlotte Hoyer ( Sandra Gries aus der Pfalz)
Es lesen vor:
1. Gesang: Helmut von Scheven, Sonja Brungs
2. Gesang: Klaus Groß
3. Gesang: Irene Ruscheinsky
4. Gesang: Walter Ritzenhofen
5. Gesang: Pierre Schröder
6. Gesang: Uschi Höppe
7. Gesang: Sabine Heidermann
9. Gesang: Dörte Schuda
10. Gesang: Josef Luy
11. Gesang: Lillemor Scheid
12. Gesang: Irmi Steiner
Es treten auf:
Nummerngirl: Bettina Kreiling
Pfaffe: Josef Luy, der Rheinhesse
Bauer: Jörg Wiedeholt, der Schromber
Reporter: Helmut von Scheven ( amerikanische Schule ! )
Chorleitung: Bernhard Wibben
Musikalische Begleitung: Shraw Beat (Michael Kollig & Gerry Andre)
Kulinarische Überraschungen und Bewirtung: Beate Neier, Marlene und Walter Kasper
Beleuchtung und Technik: Mario Gail und Jörg Wiedeholt
Gastgeber Haus und Hof: Heinrich Weber
Konzeption, Textbearbeitung und Projektleitung: Klaus Groß & die MörzerRezitäter
2010
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Vorlesen im Mörzer Backes am 26. und 27.11.2010
Vorlesen ist eine wunderbare Sache:
Für alle, die vorgelesen bekommen - aber auch für diejenigen, die vorlesen.Daher möchten wir uns auch in diesem Jahr wieder das Vergnügen gönnen und an zwei Tagen uns und anderen etwas vorzulesen.
Zum bundesweiten Vorlesetag der Stiftung Lesen am Freitag, 26. November 2010 von 17.00 bis 19.00 Uhr lesen Mitglieder der Interessengemeinschaft sowie auch Kinder für Kinder. Denn Kinder werden nicht als kleine Leseratten geboren. Manche von ihnen verbinden Lesen eher mit Frust und haben große Probleme beim Lesen. Wichtig für uns ist, Kinder zum Lesen zu motivieren und in ihnen die Freude daran zu wecken. Eine ideale Möglichkeit, Kinder dazu zu motivieren, ist das Vorlesen. Es kann positive Erlebnisse in Zusammenhang mit Büchern vermitteln, denn Vorlesen bedeutet Begegnung und Geborgenheit. Beim Zuhören lernen Kinder Sprache kennen - und alle Schätze, die Literatur in sich birgt: Wissen, Erfahrung, Kultur. Vorlesen kann eine wahre Entdeckungsreise für Kinder sein: Spielerisch werden sie an Geschichten und Bücher herangeführt, ihre Vorstellungskraft wird ebenso geschult wie ihre Konzentrationsfähigkeit. Und gemeinsam zuhören macht doppelt Spaß.
Am Samstag, 27. November ab 20 Uhr lesen wir dann zum Thema "Heimat" den Erwachsenen einige ausgewählte Texte vor, die sich sowohl heiter und humorvoll, als auch nachdenklich diesem Überbegriff nähern.
Das Wort Heimat bezieht sich zumeist auf eine Beziehung zwischen Menschen und einem Ort. Aber auch Vaterland, Sprache, Kunst oder Religion können z.B. eine Heimat bieten. Heimat darf als die Gesamtheit der Lebensumstände, in denen ein Mensch aufwächst oder lebt bezeichnet werden. Der lateinische Spruch: "Ubi bene, ibi patria." ( Wo es mir gut geht, da ist meine Heimat. ) verdeutlicht dies sehr treffend.
Übrigens: Wir lesen an beiden Tagen für alle Interessierten, nicht nur für Mörzer.
Rückblick 2009
Vorlesen im Backes
Ermuntert vom letztjährigen Zuspruch freute sich die Bücher- und Lese-AG der Interessengemeinschaft Mörz darauf,
auch in diesem Jahr am bundesweiten Vorlesetags der Stiftung Lesen, dem 13.11., den Kindern wieder unterhaltsame und spannende
Geschichten anzubieten. Die Kleinen lauschten im "Alten Backes" konzentriert den Vorlesern und schienen manchmal in die
Bücher hinein kriechen zu wollen. Ausgewählt wurden kleine Episoden aus der Tier- und Kinderwelt, hervorragend vorgetragen
von Nina Hammerschmitt, Finn Steiner und Marcel Kessler, Claudia Noll, David Weidung, Anne Steiner, Anton Posteuka,
Ruth Ritzenhofen und Marlene Kasper.
Die von der IG Mörz gespendeten Getränke und Würstchen, sorgten in der Pause für die nötige Energiezufuhr der kleinen Zuhörerschaft.
Über "Das Fremde" wählten am folgenden Abend die Vorleser kurze Texte verschiedener Autoren aus, um den anwesenden Erwachsenen
im Mörzer Backes einen kleinen Einblick in die Welt des Unbekannten, Andersartigen, Ungewohnten oder Exotischen zu bieten.
Die interessierten Hörer nahmen so z. B. Anteil an einer wundersamen Freundschaft, dem Fremdsein in Berlin, orientalischen
Bräuchen, einer verrückten Reise nach Anatolien, an Schafsaugen-Delikatessen oder dem plötzlichen Gewaltausbruch an einer
fremden (un)bekannten Frau. Zwischendurch dargereichte raffinierte Gaumenfreuden aus fremden Ländern untermalten, teilweise
sehr feurig, den Themenabend, in dessen weiterem Verlauf schon einmal ein mögliches Motto für das nächste Jahr anvisiert wurde.
Es lasen: Walter Ritzenhofen, Tale Decker, Irmgard Steiner, Sabine Heidermann, Marlene Kasper und Klaus Groß.
Rückblick 2008
"WIR LESEN VOR"
sagte sich die Interessengemeinschaft Mörz. e. V. am bundesweiten Vorlesetag, dem 20. November. Von 17.00 bis 19.00 Uhr wurde
aus aktuellen und klassischen Kinderbüchern von Mauritz Ackermann, Monika Meer, Claudia Noll, Ruth Ritzenhofen, Marc Sauer,
Meike Sauer, Anne Steiner, Finn Steiner und David Weidung im stimmungsvoll geschmückten Mörzer Backes für KINDER vorgelesen.
Denn: Lesen ist eine erfüllende Freizeitbeschäftigung. Mehr noch: lustige, spannende, traurige oder verrückte Geschichten
fördern die Phantasie, die Konzentration, das Einfühlungsvermögen. Fast alle Kinder des Dorfes waren der Einladung gefolgt,
die Kleinsten mit ihren Eltern oder Großeltern. Zeitweise vergasen die kleinen Zuhörer Alles um sich herum und tauchten wie
verzaubert ganz in die Erzählungen ein. Zwischendurch konnten sich die Kinder an einer von der IG bereitgestellten Tafel
stärken. Alle waren sich einig, daß im nächsten Jahr wieder ein VORLESETAG stattfinden soll.
So auch die wenigen, aber begeisterten Zuhörer zum Thema "Glück" am Vorleseabend des 21. Nov. ab 20 Uhr, ebenfalls im "Backes".
Der plötzliche Wintereinbruch hatte etliche Bücherwürmer und Leseratten doch vernünftigerweise nicht vor die Tür gelassen,
was aber das Vorleseprogramm nicht schmälerte. Tale Decker begann mit Gedichten zum Glück von Robert Gernhardt und las eine
Passage aus "Emma's Glück von Claudia Schreiber. „Der Kübelreiter“ von Franz Kafka, sowie „Über das Glück“ von Hermann Hesse
wurde von Walter Ritzenhofen vorgelesen. Sabine Heidermann erfreute die Zuhörer mit dem Schluß des Buches "Erika" von
Elke Heidenreich. Klaus Groß las aus „Hector's Reise oder die Suche nach dem Glück“ von Francois Lelord vor.
Anschließend, nach intensiven Diskussionen zum Thema des Abends konnten sich die Mörzer Bücherfreunde vorstellen, in dieser
oder anderer Form zum VORLESEN bald wieder einmal etwas zu veranstalten.
Der Mörzer Bücherschrank im Spritzenhaus ist für ALLE an jedem ersten und dritten Samstag von 15.00 bis 18.00 Uhr geöffnet (außerplanmäßig noch einmal am 29.11.).
Allerdings bleibt er im Dezember wegen der dort aufgestellten lebensgroßen Weihnachtskrippe geschlossen.